Hitzestress bei Rindern vermeiden – Milchleistung und Vitalität im Sommer sichern
Rinder im Rinderstall gegen Hitzestress schützen
Sowohl Umgebungstemperatur als auch relative Luftfeuchtigkeit haben einen Einfluss auf die Tiergesundheit und Leistungsfähigkeit der Tiere. Während der heißen Tage treten vermehrt Probleme bei Euter, Zellzahl und Klauen auf. Sowie sinkende Milchleistung, geringere Futteraufnahme und Fruchtbarkeitsprobleme können die Folge sein.
Die gute Nachricht: Mit gezielten Maßnahmen im Stall und in der Fütterung können Sie Ihre Tiere effektiv entlasten.
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Warum Hitzestress Ihren Betrieb Geld kostet
Je höher die Milchleistung einer Kuh, desto mehr Wärme produziert sie und umso empfindlicher reagiert das Tier auf Hitzestress. Auch bei trockenstehenden Kühen sind die Auswirkungen enorm. Kälber von hitzegestressten Kühen haben laut Studien ein geringeres Geburtsgewicht. Sie sind insgesamt kleinrahmiger, neigen zu größeren Fettablagerungen und zeigen eine niedrigere Milchleistung und Fruchtbarkeit. Der Trend zu niedrigeren Milchleistungen setzt sich sogar bei der nächsten Generation fort (= weibliche Nachzucht der Kälber von hitzegestressten Kühen; „Enkelinnen“).
Milchleistung von Kalbinnen/Kühen, deren Mütter ab ca. 46 Tagen vor der Kalbung entweder gekühlt wurden oder unter Hitzestress litten. (Laporta et al. 2020)
Hitzestress beim Rind rechtzeitig erkennen

Bereits bei moderatem Hitzestress kommt es zu Leistungseinbußen. Je früher Sie reagieren, desto geringer sind die Verluste. Ab 24°C Umgebungstemperatur und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 65% sind erste Anzeichen von Hitzestress erkennbar.
Achten Sie im Stall auf typische Anzeichen:
- erhöhte Atemfrequenz (Hecheln) und Körpertemperatur
- mehr Wasseraufnahme, weniger Fressen
- vermehrtes Stehen auf den Gängen (bevorzugt an offenen Toren und den Tränken)
- sinkende Milchleistung
- vermindertes Brunstgeschehen
Die wichtigsten Maßnahmen gegen Hitzestress bei Rindern
1. Wasserversorgung optimieren
- ausreichend Tränken
- sauberes Wasser
- hoher Durchfluss


2. Fütterung an heiße Tage anpassen
Hitze reduziert die Futteraufnahme stark, deshalb gilt:
- Fütterung in die kühlen Tageszeiten verlegen
- Energiedichte erhöhen (z. B. durch Fett)
- Nacherwärmung vermeiden
- Ration ausgewogen halten
Ziel: Energieverluste ausgleichen und Leistung sichern

3. Pansen stabilisieren & Mineralstoffe ergänzen
Durch Hecheln gehen wichtige Puffersubstanzen verloren. Daher ist der Einsatz von puffernden Substanzen zur Stabilisierung des Pansen-pH-Wertes und der Einsatz von Lebendhefen zur Steigerung der Faserverdauung und Unterstützung der Fressleistung für hohe Grundfutteraufnahmen wichtig.

4. Stallklima verbessern
Die wichtigste Stellschraube im Sommer:
- Luftbewegung erhöhen (Ventilatoren)
- direkte Sonneneinstrahlung reduzieren
- Schatten und Kühlung schaffen
Gute Luft = weniger Stress = mehr Leistung.

5. Futterhygiene sichern
Futterhygiene wirkt sich indirekt auf das Wohlergehen von Rindern bei Hitze aus. Die Nacherwärmung von Silagen (am Anschnitt durch ungenügenden Vorschub im Sommer; als auch am Futtertisch) ist auch weiterhin ein bedeutendes Thema. Die Mykotoxin- und Keimbelastung im Futter steigt durch die Wärmeeinwirkung rasch an, das vorgelegte Futter verliert an Schmackhaftigkeit und wird nur noch ungern angenommen.
Hochleistungskühe reagieren oftmals mit dem rasanten Ansteigen der Zellzahl bzw. mit schlechten Trächtigkeitsraten auf die Verfütterung nacherwärmter Mischrationen. Die Giftstoffe im Futter schwächen die Immunabwehr der Kühe. Durch Einsatz von Konservierungsmitteln kann die Nacherwärmung verhindert und die Futteraufnahme gesteigert werden. Deshalb gilt:
- Futter regelmäßig nachschieben
- Futtertisch sauber halten
- Nacherwärmung vermeiden
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Aktualisiert am 05. Juni 2025









